Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Gesundheitsrisiken in der Schweiz – und zu den heimtückischsten. Etwa jede fünfte erwachsene Person ist betroffen, bei den über 65-Jährigen sogar rund jede zweite. Das Tückische daran: Hoher Blutdruck tut nicht weh und verursacht über Jahre oft gar keine Beschwerden. Genau deshalb wird er auch als «stiller» Risikofaktor bezeichnet. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie einen erhöhten Blutdruck erkennen können, wie Sie ihn richtig messen und was Sie selbst dazu beitragen können – damit Sie in unserer Hausarztpraxis in St. Peterzell rechtzeitig die richtigen Schritte einleiten.
Was ist Bluthochdruck – und warum ist er gefährlich?
Mit jedem Herzschlag pumpt das Herz Blut durch die Gefässe. Der Druck, der dabei auf die Gefässwände wirkt, ist der Blutdruck. Liegt dieser dauerhaft zu hoch, spricht man von Bluthochdruck (medizinisch: arterielle Hypertonie). Das Problem ist nicht der einzelne hohe Wert, sondern die jahrelange Dauerbelastung: Sie schädigt Herz, Gefässe, Nieren und Augen schleichend.
Unbehandelt erhöht hoher Blutdruck das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall (Hirnschlag), Herzschwäche und Nierenschäden deutlich. Weil sich Bluthochdruck meist langsam und unbemerkt entwickelt, merken viele Betroffene über Jahre nichts davon – bis es zu einem ernsten Ereignis kommt. Das macht die regelmässige Kontrolle so wichtig.
Warnzeichen: Gibt es Symptome?
In den meisten Fällen verursacht Bluthochdruck keine eindeutigen Symptome. Wenn überhaupt Beschwerden auftreten, sind sie unspezifisch und werden leicht anderen Ursachen zugeschrieben. Mögliche Hinweise können sein:
- wiederkehrende Kopfschmerzen, besonders morgens
- Schwindel oder ein Gefühl von Benommenheit
- Ohrensausen, Herzklopfen oder innere Unruhe
- Nasenbluten ohne erkennbaren Grund
- Kurzatmigkeit oder rasche Ermüdbarkeit bei Belastung
Wichtig: Diese Zeichen beweisen keinen Bluthochdruck – und ihr Fehlen schliesst ihn nicht aus. Der einzige verlässliche Weg, hohen Blutdruck zu erkennen, ist die Messung. Treten dagegen plötzlich starke Beschwerden wie Sehstörungen, einseitige Lähmungen, Sprachprobleme oder heftiger Brustschmerz auf, handelt es sich um einen Notfall – wählen Sie in diesem Fall sofort die Sanitätsnotrufnummer 144.
Blutdruck richtig messen – auch zu Hause
Eine korrekte Messung ist die Grundlage jeder Beurteilung. Diese Punkte helfen, aussagekräftige Werte zu erhalten:
- Vor der Messung etwa fünf Minuten ruhig sitzen, nicht direkt nach Kaffee, Zigarette oder Sport messen.
- Aufrecht sitzen, Rücken angelehnt, Beine nicht überkreuzt, beide Füsse am Boden.
- Den Arm entspannt auf den Tisch legen, sodass die Manschette etwa auf Herzhöhe liegt.
- Während der Messung nicht sprechen und sich nicht bewegen.
- Idealerweise morgens und abends messen und die Werte notieren – am besten über mehrere Tage.
Für die Selbstmessung zu Hause eignen sich geprüfte Oberarm-Messgeräte in der Regel besser als Handgelenkgeräte. Bringen Sie Ihr Gerät und Ihre notierten Werte gerne zu Ihrem Termin mit – das erleichtert die ärztliche Beurteilung. Eine genaue Einordnung und bei Bedarf weiterführende Abklärungen, etwa eine 24-Stunden-Blutdruckmessung, gehören zu unserer Diagnostik.
Richtwerte zur Orientierung
Die Richtwerte hängen davon ab, wo und wie gemessen wird. Als grobe Orientierung gelten in der Schweiz:
- Messung in der Arztpraxis: ab 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck
- Selbstmessung zu Hause: die Werte sollten im Mittel unter 135/85 mmHg liegen
- 24-Stunden-Messung: der Mittelwert sollte unter 130/80 mmHg liegen
Der erste (höhere) Wert ist der systolische Druck während des Herzschlags, der zweite der diastolische in der Erschlaffungsphase. Diese Zahlen sind allgemeine Orientierungswerte. Welche Werte für Sie persönlich gelten – etwa bei Diabetes, Nierenerkrankungen oder in höherem Alter – beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell. Verändern Sie eine bestehende Therapie nie eigenmächtig.
Was Sie selbst tun können
Ein gesunder Lebensstil kann den Blutdruck spürbar beeinflussen und ist oft die erste Massnahme – manchmal ergänzend zu einer ärztlich verordneten Behandlung. Diese Bereiche sind besonders wirksam:
- Bewegung: regelmässige Ausdauerbewegung wie zügiges Gehen, Wandern in der Region oder Velofahren. Die Toggenburger Landschaft rund um das Neckertal bietet dafür ideale Voraussetzungen.
- Ernährung: viel Gemüse, Früchte und Vollkornprodukte, wenig stark verarbeitete Lebensmittel.
- Salz: einen massvollen Salzkonsum anstreben; verstecktes Salz steckt oft in Fertigprodukten, Brot und Käse.
- Gewicht: bereits eine moderate Gewichtsabnahme kann den Blutdruck senken.
- Rauchen und Alkohol: Rauchstopp und ein zurückhaltender Alkoholkonsum entlasten das Herz-Kreislauf-System.
- Stress: bewusste Erholung, ausreichend Schlaf und Entspannungsmethoden helfen, den Druck zu reduzieren.
Diese Massnahmen sind zugleich ein wichtiger Teil der Prävention und wirken sich positiv auf Ihre gesamte Gesundheit aus.
Wann zum Hausarzt – und die Rolle regelmässiger Kontrollen
Weil Bluthochdruck so lange unbemerkt bleiben kann, ist die regelmässige Messung der beste Schutz. Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie zu Hause wiederholt erhöhte Werte messen, wenn in Ihrer Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorkommen, oder wenn Sie über längere Zeit keinen Blutdruck mehr kontrolliert haben. Auch ab dem mittleren Lebensalter lohnt sich eine periodische Überprüfung – mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über die Bedeutung regelmässiger Gesundheitschecks.
Regelmässige Kontrollen helfen, einen erhöhten Blutdruck frühzeitig zu erkennen, Veränderungen über die Zeit zu beobachten und – falls nötig – rechtzeitig zu handeln. So lassen sich Folgeschäden in vielen Fällen vermeiden.
Möchten Sie Ihren Blutdruck abklären lassen? Dipl. Arzt Stefan Pölz und das Team der Neckertal Praxis AG in St. Peterzell nehmen sich Zeit für eine sorgfältige Beurteilung und beraten Sie persönlich zu Vorsorge und nächsten Schritten. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin – Ihre Herzgesundheit ist es wert.
Häufige Fragen
Ab welchem Wert spricht man von Bluthochdruck?
In der Arztpraxis gilt ein Blutdruck ab 140/90 mmHg als erhöht. Bei der Selbstmessung zu Hause sollten die Werte im Mittel unter 135/85 mmHg liegen, bei einer 24-Stunden-Messung unter 130/80 mmHg. Es handelt sich um allgemeine Orientierungswerte; welche Zielwerte für Sie persönlich gelten, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell.
Merkt man hohen Blutdruck überhaupt?
In den meisten Fällen nicht. Bluthochdruck verläuft über Jahre oft ganz ohne Beschwerden, weshalb er als stiller Risikofaktor gilt. Mögliche unspezifische Hinweise wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten sind weder ein Beweis noch ein verlässliches Zeichen. Der einzige sichere Weg, hohen Blutdruck zu erkennen, ist die Messung.
Wie messe ich meinen Blutdruck zu Hause richtig?
Setzen Sie sich vor der Messung etwa fünf Minuten ruhig hin, lehnen Sie den Rücken an und legen Sie den Arm so auf den Tisch, dass die Manschette auf Herzhöhe liegt. Sprechen und bewegen Sie sich während der Messung nicht. Messen Sie am besten morgens und abends über mehrere Tage und notieren Sie die Werte. Geprüfte Oberarmgeräte sind meist genauer als Handgelenkgeräte.
Was kann ich selbst tun, um meinen Blutdruck zu senken?
Regelmässige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Früchten, ein massvoller Salz- und Alkoholkonsum, ein gesundes Körpergewicht, der Verzicht aufs Rauchen sowie bewusste Erholung und genügend Schlaf können den Blutdruck günstig beeinflussen. Eine bestehende Therapie sollten Sie jedoch nie ohne ärztliche Rücksprache verändern.
Ist die Neckertal Praxis AG eine Notfallpraxis?
Nein, die Neckertal Praxis AG in St. Peterzell ist eine Hausarztpraxis und keine Notfallpraxis. Bei einem medizinischen Notfall mit plötzlichen, schweren Beschwerden wie Brustschmerz, Lähmungen oder Sprachstörungen wählen Sie bitte sofort die Sanitätsnotrufnummer 144. Für die Abklärung Ihres Blutdrucks vereinbaren Sie gerne einen regulären Termin.
